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Für mich als Journalistin im Bereich Consumer Electronics und - damals - CvD eines Handelsmagazins gehörte der Besuch der Internationalen Funkausstellung. Im Jahr 2009 traf ich bei einer Präsentation neuer Lautsprecher der Nobelschmiede GP Accoustics im Rahmen der IFA im Maritim Hotel in Berlin auf einen Produktmanager, der mir viel Wissenswertes über das Phänomen "Klang" erzählte. Das Thema Elektrosmog spielte dabei eine wesentliche Rolle. In diesem Zusammenhang fiel der Name eines Händlers in Hamburg, der Produkte im Sortiment habe, die den Musikklang von Störgeräuschen, die durch Elektrosmog entstehen, befreien sollten. GP Accoustics stellte die Verbindung zu dem Händler her, der dann bei mir anrief, um mich zu einer seiner Vorstellungen nach Hamburg einzuladen.
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Im Dezember war es soweit. Ich kannte den Händler nicht, sein Vorleben nicht und ich wusste nicht, was mich in dem kleinen High End-Geschäft erwarten würde. In seinem Vorführraum hielt er mir erst mal einen kurzen Vortrag über Handystrahlung und Elektrosmog. Ein wenig war ich bereits vorgeschult: Auf der HiFi-Messe High End in München hatte ich bereits Vorträge darüber gehört, wie sehr der Musikklang durch leichtes Rauschen gestört wird, wenn zwei Geräte nicht per Mehrfachstecker an ein einzige Steckdose angeschlossen sind, sondern jedes eine eigene hat. Die High End gehört zu den "Spielzeugmessen für Männer"; 95 Prozent der Besucher sind männlich. Frauen wirken fehl am Platz. Sie begleiten ihre Männer sichtlich "aus Liebe" und "weil sie sich für seine Interessen interessieren". Leider ist das ein Schuss ins Off: Sobald der erste Schritt in die Halle gesetzt ist, ist die Frau vergessen und ihr bleibt nur das traurige Los, zunehmend gelangweilt hinter ihm herzuschlappen.
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Zurück zum Händler: In einer Großstadt wie Hamburg gibt es Hunderttausende von Handybesitzern, deren Geräte ständig Impulse aussenden. Elektrossmog entstünde, so der Händler, der vor allem von Quarz angezogen würde. Fensterglas enthalte Quarz, und die Elektrosmogwolke würde sich vor allem vor und hinter den Fensterscheiben der Wohnung aufbauen. Dazu kämen die Wolken, den die einzelnen Geräte verursachen und ggf. noch tektonische Erdstörfelder. Diese unterschiedlichen Einflüsse bilden Twister im Raum, was dann im Musikklang und in der menschlichen Stimme hörbar würde. Die Stimme wirkt sehr stark darauf ein, ob man anderen sympathisch ist oder nicht. Je undeutlicher und belegter, desto mehr Abzug in der B-Note.
Dann packte er die Stars der Vorführung aus, kleine blaue Halbkugeln aus Glas. Eine richtige Bezeichnung dafür schien es offensichtlich nicht zu geben, vielleicht war meine Stimme auch zu undeutlich, jedenfalls überhörte er die Frage. Das seien keine gewöhnlichen Glashäften, verriet er, sondern "informiertes" Glas. Salopp gesagt, sollten die positiven Informationen des Glases so auf die negativen Informationen der Störfelder im Zimmer einwirken, dass eine Umkehrung stattfinde und die Informationen der Störfelder sich den Informationen des Glases anpassen. Die Twisterbildung wird dadurch gestoppt, der Klang wird hörbar besser.
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Und er begann vorzuführen: Erst redete er einen Satz. Dann pappte er die Glashalbkugeln auf die Tür und sprach den Satz noch mal. Ich hörte keine Veränderung. Prozedur noch mal - ob ich denn nicht die Belegung in der Stimme hörte, die wegfiel, sobald er die Glaskugeln aufpappte? Äh. Nö. Dann sei ich voreingenommen, ich solle mich mal entspannen.
Nach dreimaligem Wechseln hörte ich es. Aber ich stand dem immer noch kritisch gegenüber: wer sagte mir, dass mir mein Unterbewusstsein keinen Streich spielte? Vielleicht hörte ich ja nur eine Veränderung, weil der Händler mir suggerierte, dass da eine Veränderung zu hören sei?
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Inzwischen hatte er neue Gerätschaften angeschafft, "informierte" Steinplatten, "informierte" Lampen, ein ganzer Koffer voll "informierter" Kleinteile. Er spielte Musikstücke und baute ganz langsam eine Welt voller "informierter" Teile zusammen und mit jedem Schritt kam die Musik klarer, leichter, befreiter.
Konzentriert hörte ich zu, doch plötzlich überraschte mich ein anderer Effekt: Wenn er die Glashalbkugeln auf die Glastür pappte, entspannte sich mein Körper. Nahm er sie ab, kroch mein Körper in sich zusammen und verspannte sich. Seit dieser Entdeckung achtete ich nicht mehr auf den Klang, sondern auf mein Körpergefühl. Und ich fand heraus, dass ich im normalen Zustand nicht mehr entspannen konnte.
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Nach zwei Stunden Vorführung fühlte ich mich wie nach sechs Sauna-Gängen ohne Ruhepausen. Aber jetzt erfuhr ich erst den wahren Grund, weshalb er mich zu sich eingeladen hatte. Er wollte für die Glaschips ein Vertriebsnetz aufbauen, Feng Shui Berater sollen die Vorführung der Glaskugeln und ihre Wirkung in ihr Beratungsprogramm aufnehmen und vor Ort beim Kunden demonstrieren.
Er war nicht bereit, mir den Namen der Chips zu verraten noch mir mehr über die Art zu erzählen, wie diese Chips informiert werden. Auch wollte er mir kein Pressestück zum Ausprobieren zu Hause geben, das er zurückbekommen hätte. Statt dessen verlangte er von mir, gleich einen Koffer mit der Basisausstattung zu kaufen, womit ich das meinen Klienten vorführen könne. Er fragte mit keinem Wort nach der Arbeitsweise von Feng Shui Beratern oder gar nach meiner Arbeitsweise, ob sie überhaupt zu dem Produkt passt. Offensichtlich war er ein Opfer seiner eigenen Vorurteile, bestimmt aber von seiner Gier, leichten Umsatz mit verschrobenen Feng Shui Leuten zu machen. Wer mich kennt, kann sich denken, wie dieser Besuch ausgegangen ist. Er war sichtlich enttäuscht.
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Zu Hause recherchierte ich. Anhand der Flyer erfuhr ich relativ schnell den geheim gehaltenen Namen der Chips, die auf der Gabriel-Technologie basieren. Gabriel-Tech ist ein Institut, das in der Alternativ-Medizin bekannt ist und das sich mit den Auswirkungen von Elektrosmog auf den menschlichen Körper beschäftigt. In den 90er Jahren wurden die Chips, die man auf die Handys als Schutz vor Strahlung klebte, von der Presse in einer regelrechten Hetzjagd durch den Kakao gezogen - wissenschaftliche Studien, finanziert von der Mobilfunkindustrie, wurden veröffentlicht, um ihre Untauglichkeit beweisen. Schließlich brachte zu der Zeit das Handygeschäft gerade Milliardenprofite.
Die Glashalbkugeln sind in der High End HiFi-Welt dennoch bekannt. Der Exklusivpartner von Gabriel-Tech ist die Firma Audioselection creaktiv GmbH in Bad Honnef, die Händler im Elektrosmog-Messwesen schult und seit Jahren die Twister-Stop-Linsen zur Klangoptimierung im Sortiment führt. Vom Geschäftsführer Arno Selker bekam ich auch das Päckchen mit den Twister-Stop-Linsen, das für die Presse reserviert ist, um es zu Hause in meinem Schlafzimmer auszuprobieren.
Ich pappte die Winzlinge auf Fenster und auf die Glastür, und ging kurz hinaus. Als ich wieder ins Schlafzimmer kam, spürte ich es sofort: Ruhe. Alle Anspannung fiel von mir ab. Entspannung pur, trotz Metallbett, am hellichten Tag, ich musste mich noch nicht mal hinlegen.
Arno Selker hat meine Elektrosensibilität als erster so benannt. Ich durfte die Twister-Stop-Linsen behalten, um zu Hause besser entspannen zu können. Dafür gebe ich gern die Informationen weiter, wo man die Twister-Stop-Linsen bekommt: www.creaktiv-hifi.com
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Bilder: |
Die Bilder stellen die Elektrosmog-Feldmessung in einem Wohnzimmer dar.
Oben: Messung Ursprungszustand. Starke rote Felder in den Ecken, um den Fernseher zeigt sich eine große blaue Wolke.
Mitte: Messung nach einer Woche mit Twister-Stop-Linsen. Die Felder bewegen sich und die Stärke ist reduziert.
Unten: Messung nach vier Wochen mit Twister-Stop-Linsen. Elektrosmog-Aufkommen ist deutlich geringer.
(Alle Bilder von Audioselection Creaktiv / Gabriel-Tech)
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